Klinische Kunsttherapie
Kunsttherapie mit seelisch kranken und psychisch behinderten Langzeitpatienten

Der Auftrag
Mein Ansatz ist es, den BewohnerInnen eine größtmögliche Normalität im kunsttherapeutischen Setting zu bieten. Durch einen offenen, ehrlichen und empathischen Umgang spiegle ich die Bewohner und ermögliche ihnen dadurch eine differenzierte Selbstwahrnehmung, etwas, was durch die Krankheit und durch den Umgang der Gesellschaft mit den Kranken verschoben und verloren ist. Mit meinem Angebot schaffe ich einen Raum, in dem sie mit ihrer Persönlichkeit und Biographie selbstbestimmende Eigeninitiative und Individualität erproben und leben können. Wertschätzung, Einfühlungsvermögen, Geduld und Vertrauen wirken den Sekundärsymptomen, den Begleiterscheinungen des psychisch Krankseins entgegen.
"Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemand empfangen kann, ist gehört, gesehen, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht entsteht Kontakt.
Virginia Satir
Welche Ziele verfolgt die Kunsttherapie?
Förderung und Stärkung der vorhandenen geistigen, sozialen, motorischen und sensorischen Fähigkeiten
Förderung der Wahrnehmung
Nutzung vorhandener Kompetenzen.
Unterstützung der gesunden Ich-Anteile, Verlagerung der Aufmerksamkeit von Leiden und Mängeln auf Ausdruckswillen und Gestaltungsfähigkeit
Förderung und Stabilisierung von Gedächtnisleistungen, Aufmerksamkeit, Konzentration und Orientierung
Förderung von Fremd- und Selbstwahrnehmung
Auseinandersetzung mit der Umwelt und dadurch mit der eigenen Realität und den Ich-Grenzen
Förderung und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte
positives Beziehungserleben in der Gruppe
Vertrauen in eigene Fähigkeiten
Antriebsteigerung
Sinnschaffung
Reizstimulierung
Mit welchen Methoden arbeite ich?
Bei der Arbeit mit chronisch Kranken, deren primäre Krankheitssymptome als "austherapiert" gelten und weitere therapeutische Maßnahmen mit dem Ziel der Symptomänderung, Symptombeseitigung oder Strukturänderung der Persönlichkeit nicht mehr angestrebt werden, sind die methodischen Ansätze:
- Stützend
- Ressourcenorientiert
- Validitierend
- Autonomiefördernd
- Klientenorientiert

Die Folgen, die sich durch die Krankheit ergeben sind therapierbar, auch oder gerade dann, wenn alle anderen therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung der Krankheit abgeschlossen wurden.

Sozialer Rückzug durch negative Beziehungserlebnisse, Antriebslosigkeit durch Reizunterforderung, Depression durch Verlust von sozialen, gesellschaftlichen und beruflichen Bindungen.
Das Setting
In einer zumeist gleichbleibenden Gruppe von 4- 6 Personen malen wir am Tisch sitzend mit unterschiedlichen, relativ leicht zu handhabenden Farben. ( Buntstifte, Wasserfarben, Gouache, Filzstifte). Die Papierformate sind eher kleingehalten, da sonst schwer zu bewältigen. Themen suchen wir gemeinsam aus, wobei die eigenen Vorstellungen des Malenden vorrang haben.

2 Stunden bieten genug Zeit, um ein Thema auszuarbeiten, Gespräche zu führen, die durch das Bild angeregt werden und um Pausen zu machen.

Das Krankheitsbild, als auch die Biographie erfordern häufig eine langsame und behutsamen Arbeit.
Eine positive Klient - Therapeutenbeziehung, Zeit und Freiwilligkeit sind die 3 Säulen dieses Angebotes.